Kognitive Verhaltenstherapie bei Persönlichkeitsstörungen und unflexiblen Persönlichkeitsstilen
Beschreibung
Schmitz, Bernt; Schuhler, Petra; Handke-Raubach, Angelika; Jung, Andreas (2002): Kognitive Verhaltenstherapie bei Persönlichkeitsstörungen und unflexiblen Persönlichkeitsstilen - Ein psychoedukativ- und kompetenzorientiertes Therapieprogramm zur Förderung von Selbstakzeptanz, Menschenkenntnis und persönlicher Entwicklung. Lengerich: Pabst Science Publishers
Das Therapieprogramm basiert auf einem dimensionalen Modell eines Kontinuums vom Persönlichkeitsstil zur Persönlichkeitsstörung (in Abgrenzung zu einer kategorialen Einordnung), d.h. dass fließende Übergänge zur Normalität angenommen werden, als deren Extreme aufgefasst werden. Persönlichkeitsstörungen erscheinen vor diesem Hintergrund als extreme Ausprägungen normaler Erlebens- und Verhaltensweisen.
Dadurch eröffnet sich ein ressourcen- und problemorientierter therapeutischer Zugang, indem ausgehend vom Erlebens- und Verhaltensstil eines Patienten der jeweilige Persönlichkeitsstil in seinen Stärken und Risiken oder Schwächen und Problemen erarbeitet wird, die insbesondere dann entstehen, wenn ein Persönlichkeitsstil sich zuspitzt und als Persönlichkeitsstörung behindernd auf die psychosoziale Situation des Menschen auswirkt.
Die Zielsetzungen des Programms sind verstehens- wie auch veränderungsorientiert: Die Patienten lernen ihre positiven Seiten besser kennen und können sie als Ressourcen nutzen, während die Beschäftigung mit ihren unflexiblen, einschränkenden Verhaltensmustern das Verständnis der eigenen Lerngeschichte, eine bessere Selbstakzeptanz und die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel fördert.
Das Programm bietet für jede Persönlichkeitsvariante ein psychoedukatives Modul zur Förderung günstiger Einsichtsprozesse und zur Einführung in den jeweiligen Persönlichkeits- und Kommunikationsstil, in seine Entwicklung und Auswirkungen sowie ein kompetenzorientiertes Model zur Förderung spezifischer psychosozialer Fertigkeiten.
Die umfangreichen Therapiematerialien umfassen viele störungsspezifische Ausarbeitungen, Narrative mit psychosomatischen und suchtspezifischen Zusammenhängen, diagnostische Instrumente, Fallbeispiele und konkrete Handlungsanleitungen. Die 12 Therapieeinheiten können in der Einzel- und Gruppentherapie in psychosomatischen und Suchtkliniken, aber auch ambulant in psychotherapeutischen Praxen und Beratungsstellen sowie für die therapeutische Ausbildung genutzt werden.